90.000 neue B-Führerscheine im Jahr 2018

10.02.2019 - admin

Fachverband der Fahrschulen präsentiert Zahlen und fordert, E-Mobilität durch Lockerung des EU-Führerscheinrechts noch vor der EU-Wahl zu fördern

Wien (OTS) - 

Knapp 90.000 Pkw-Lenkberechtigungen wurden in Österreich im Jahr 2018 erworben. Die Führerschein-Prüfungsantritte erfolgen dabei im Zuge einer Fahrschul-Ausbildung, wobei die Kandidaten 32 Theoriestunden und 18 praktische Fahrstunden beim Modell der Vollausbildung absolvieren. Auch Umschreiber von ausländischen Führerscheinen, die direkt zur praktischen Fahrprüfung antreten dürfen, ohne dass sie zuvor eine verpflichtende Ausbildung in der Fahrschule absolvieren, sind in den Jahresdaten enthalten, erläutert Herbert Wiedermann, Obmann des Fachverbandes der Fahrschulen und des Allgemeinen Verkehrs, in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). „Insgesamt liegen wir mit den Zahlen für 2018 nahezu exakt gleichauf mit dem Vorjahr“, so Wiedermann.

Um die Führerscheinausbildung auf Elektroautos zu fördern, fordert er, dass die EU-Führerscheinrichtlinie hinsichtlich der Automatikbeschränkung flexibilisiert wird. „Bis zu den EU-Wahlen am 26. Mai 2019 steht nur mehr ein kurzes Zeitfenster für eine technische Anpassung zur Verfügung. Dieses gilt es zu nutzen“, so Wiedermann. Einzelne Signale aus der EU-Kommission, namhaften Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament sind positiv. „Gelingt die Lockerung des EU-Rechts in den nächsten Wochen nicht, das für den Erwerb eines uneingeschränkten B-Scheines die Prüfung auf einem Fahrzeug mit manueller Gangschaltung verpflichtend vorschreibt, dann ist ein weiteres Jahr verloren und die Lobbying-Arbeit für mehr umweltfreundliche Mobilität muss neu beginnen“, warnt Wiedermann.

Neuerungen ab April 2019

Ab 1. April 2019 werden Theorieprüfungen nicht mehr auf Türkisch angeboten, das gilt für sämtliche Führerscheinklassen. Als Sprachenvarianten stehen dann für den Mulitple-Choice-Test am Computer vier Sprachen, nämlich Deutsch, Englisch, Kroatisch und Slowenisch, zur Verfügung. Bei der Ausbildung verlangt Wiedermann Änderungen bei den Anforderungen zum Umschreiben ausländischer Führerscheine. Derzeit liegen bei Umschreibern die Durchfallraten bei praktischen Fahrprüfungen höher, weil keine verpflichtende Ausbildung vorgeschrieben ist. Deutschland beispielsweise schreibt eine Theorieprüfung vor. Wiedermann: „Die Kosten für Wiederholungsantritte bei Umschreibungen wären besser investiert, wenn es zumindest zwei oder drei verpflichtende Doppel-Fahrstunden gebe. Davon profitieren die Kandidaten und die Verkehrssicherheit deutlich mehr.“

Keine Entschärfung des Lkw- und Bus-Lenkermangels in Sicht

Bei den Prüfungszahlen zu den Großklassen C (Lkw) und D (Bus) ist weiterhin keine Entschärfung des Lkw-Lenkermangels und des Bus-Lenkermangels erkennbar. 2700 Lenker absolvierten im Jahre 2019 die 90-minütige Prüfungsfahrt im Rahmen der praktischen Prüfung, weil sie die C95-Eintragung in den Führerschein und die Tätigkeit als Berufskraftfahrer anstreben. Der Bedarf an Lenkern zur Durchführung von Straßengüterbeförderungen ist doppelt so hoch. Im Buslenker-Bereich wurde mit etwas unter 1000 D95-Prüfungsfahrten in den Fahrschulen die Delle des Jahres 2017 weitgehend kompensiert, so Wiedermann. Als wichtigste Neuerung im Jahr 2019 steht jedoch im Nutzfahrzeugbereich (Lkw, Busse) der inhaltliche Relaunch der Theorieprüfung ab 1. April 2019 an.

1800 Prüfungsfragen der Großklassen C (Lkw) und D (Bus) sowie beim Anhänger (Klasse E) und Traktor (Klasse F) werden modernisiert und aktuellen Erfordernissen angepasst. Neuerungen hinsichtlich Verkehrsregeln, Elektromobilität, Fahrzeugtechnik, Lenk -und Ruhezeiten, Eisenbahnkreuzungen, Personenbeförderung mit Bussen und Ladungssicherung im Straßengüterverkehr werden eingepflegt, so Wiedermann abschließend. (PWK010/DFS)

Rückfragen & Kontakt:

Bundessparte Transport und Verkehr 
Dipl.-Ing. Dr. Stefan Ebner 
Telefon: +43 5 90 900 4028 
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